Café Panama?

Das Café Panama war ein Teil der L14.
L14?
Das war ein ehemaliges soziokulturelles Zentrum in der Langebrückenstr. 14 in Fulda. Das Panama war dort ein seltener Freiraum für Begegnung, Musik, Tanz und Kunst. Hier haben viele Menschen einen Platz gefunden um sich kreativ auszuleben und das bedingungslos.

Es war ein Ort wo Konzerte und Musikabende abseits des Mainstreams stattfanden, von den Menschen selbst organisiert ohne den Gedanken an finanziellen Gewinn, denn jeder sollte die Möglichkeit haben an Kultur teilhaben zu können. An diesem Ort durfte man auch laut sein, hier konnte man Emotionen rauslassen, hier konnte man sich verausgaben, seiner Kreativität freien Lauf lassen, hier konnte man richtig feiern.

In den 20 Jahren hat sich die L14 zu dem wichtigsten Ort der subkulturellen Szene entwickelt. Es war ein Zuhause für sehr viele Fuldaer Bürger*innen. Die Konzertgruppe Café Panama Concerts und das Hoermahl hat das Café Panama überregional bekannt gemacht. Viele Bands und Musiker*innen haben diesen Ort zu schätzen gewusst. Es war ein Geheimtipp für sehr publikumsnahe und intensive Konzerte, wo man auf Augenhöhe war, wo man eins war. Viele DJ-Soundsystems wie der International Soundclash, Schabernack, Zirkeltraining, High Fidelity, LAB 20/20 oder Call from Space waren hier regelmäßig an den Plattentellern.

Hier konnte man unkompliziert mitmachen ohne jegliche Hürden, zum Beispiel bei der Trommelsession oder der Zirkus- und Artistikgruppe, oder auch bei der offenen Tanzgruppe, dem FreeImproJam, bei der Küche für Alle oder beim Live-Rollenspiel. Auch das Kino35 nutze den Raum als zusätzlichen Kinosaal.

Das Panama war kein sehr bequemer Ort, hier und da dreckig, alt und verstaubt und chaotisch, aber voller Charme und sehr viel Liebe. Es war ein Begegnungsort, für viele sehr wichtig in ihrer persönlichen Entwicklung. Das Engagement dort war mehr als Ehrenamt, es lebte aus sich heraus ohne eine Organisation oder einem Träger, der die Projekte und Gruppen finanzierte.

Das Café Panama war aber nur ein Teil der L14. Das Jugendwerk der AWO, das alternative Kino 35, der Verein YouRoPa und das Underground, die Erneuerbar, der Kleidertauschladen und die Nähbar, die offene Siebdruckwerkstatt, die EVG Gelbe Rübe, Günters Kaufwerkstatt und Zehras Atelier waren hier ansässig. Aber auch Gruppen und Vereine wie Foodsharing, Greenpeace, KÖK oder der Queer Stammtisch haben hier ihren Platz gehabt.

Im August 2016 wurde das Gelände der L14 an einen Fuldaer Investor verkauft. Im Februar 2018 mussten alle Initiativen, Gruppen und Vereine die L14 verlassen. Das Kino 35 ist in der Ohmstraße 18 untergekommen und ein Teil der L14 konnte in die Lindenstraße 2 umziehen.

Leider hat das Café Panama bis heute keinen neuen Ort gefunden. Das Panama war das Herz der L14 und der Verlust ist immens für die Szene und die Subkultur Fuldas.